Das, was man glaubt, das wird man!

Jeder Mensch glaubt! Jeder Mensch zielt, riskiert, wagt! Und das, was man an Werten und Dingen anpeilt, das wird man, denn unser Leben ist letztlich ein Werden und Wachsen zu einer hoffentlich bereichernden, geachteten Persönlichkeit.

Wer da glaubt durch Lüge und Betrug, Unmoral, Machtmissbrauch, Ausbeutung, Steuerhinterziehung sich besser stellen zu wollen, wird über kurz oder lang durch Medien und Mitmenschen in die Ecke gestellt – und einsam verbittern.
Wer da glaubt, als sozial Schwacher vom Mitleid der Leute leben zu können, statt an sich zu arbeiten, wird immer tiefer sinken, statt ein tüchtiger Mensch zu werden.
Wer da glaubt, dass diese geniale Natur und Welt nur ein Zufallsprodukt einer blinden Natur sei – ohne letzten Sinn und Ziel, darf sich nicht wundern, wenn sein Leben letztlich schal, leer, sinnlos, freudlos, oberflächlich bleibt - und mancher darüber leider seinem Leben ein Ende setzt oder im Alkohol ertränkt.
Wer da glaubt, sein Leben durch Wiedergeburten zu erlösen, bleibt letztlich egoistisch und einsam.
Wenn eine Gemeinde glaubt, mit kirchlicher Formalität und äußerlicher Dogmen- und Bibelzitierung sich begnügen zu können, darf sich nicht wundern, wenn Suchende dahin auswandern, wo Glaube und Liebe und echte Hoffnung praktiziert wird – und man als Kirche immer bedeutungsloser wird.
Wer da glaubt, fromm und gerecht zu sein, aber keine Liebe hat, der wird bald als Heuchler links liegen gelassen.

Wer aber glaubt, dass er bewusst von einem Allerhöchsten gewollt und in diese Welt gestellt wurde, um ein echter und guter Mensch zu werden, wird Selbstwert entwickeln, ein nützliches Glied der Gesellschaft werden, und reif werden für eine Gemeinschaft der selbstlosen Liebe, die sogar über den Tod hinaus währt.
Wer sich aber seiner Unzulänglichkeit, Fehlsamkeit und seines lieblosen Glaubens bewusst wird und darunter leidet, wird durch ergreifen der unermessliche Gnade Gottes in Jesus Christus frei und froh - und heranwachsen wie ein Baum, der Früchte bringt - und Zuversicht und Wärme ausstrahlen.
Und wer da glaubt, dass ihn nichts und niemand aus der großen und barmherzigen Hand Gottes reißen kann, der kann gelassen über dem verrückten und ungerechten Zirkus dieser Welt stehen und seinem Nächsten in Liebe dienen.

Was man glaubt, das wird man!

"Wort zum Sonntag", von Pfr.i.R. Siegfried Nerger
veröffentlicht in der Sächsischen Zeitung vom 15. Februar 2018


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