Im Krankenhaus am Rande der Stadt

… wurde ich behandelt: von fachkundigen Ärzten und Ärztinnen, von freundlichen Schwestern und Pflegern, mit hochwirksamen Medikamenten und erstaunlichen Operationsmethoden. Wir Patienten hatten miteinander im Krankenzimmer genügend Zeit, um uns über den Arzt- und Krankenschwesterberuf Gedanken zu machen. Dass die Anforderungen enorm hoch sind, war uns klar: lange Dienste, ständige Weiterbildungen und nebenbei auch eigene Krankheiten, Sorgen um Familienmitglieder, Enttäuschungen. Viel ist zu verkraften und dennoch braucht die nächste Spritze wieder das nötige Feingefühl und die Operation am Abend dieselbe Konzentration wie am Morgen. Und - Gott sei Dank – sind immer neu junge Menschen bereit, medizinische und pflegerische Berufe zu erlernen. Einige haben sogar den Mut, das höchst lernintensive Medizinstudium auf sich zu nehmen, um Arzt / Ärztin zu werden. Gott sei Dank!

Ich glaube nicht, dass man dieses Ziel durch nüchterne, berechnende, vielleicht sogar egoistische Motive anstreben und dann den Weg dahin durchhalten kann. Es muss eine besondere Eignung und ein inneres JA vorliegen, am besten das, was man „Berufung“ nennt. Gott spricht Berufungen aus – dem einen das, der anderen dies. Der Gott der Bibel nennt sich selbst „Arzt“ (2. Mose 15,26). Von seinem Sohn Jesus sind uns allerhand Sprechstunden und „Notarzteinsätze“ überliefert worden (z. B. Matthäus 8, 14-17). Gott will das Leben. Ihm liegt es zutiefst am Herzen, dass Schmerzen gelindert und Kranke fürsorglich gepflegt werden, lange Krankengeschichten ein Ende finden, Menschen aufatmen und genesen. Darum schreibt er in Menschenherzen den Wunsch hinein, einen pflegerischen, medizinischen Beruf zu lernen und darin zu arbeiten, auch wenn die Herausforderungen immer höher werden. Die Krankenpflege ist eine ureigene Seite des Christentums, eine jüdisch-christliche Entwicklung, denn es steht ein Gott dahinter, der „Arzt“ ist für alle unsere Schmerzen und Nöte.

"Wort zum Sonntag", von Karin Baudach, Pfarrerin in Lawalde
veröffentlicht in der Sächsischen Zeitung vom 22. Februar 2018


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