Beziehungen!

Was ist das Wesentlichste im Leben? Was löst die höchsten Gefühle aus? Sind es nicht die Beziehungen, die Kontakte, das Miteinander? Wenn ich geachtet und geliebt werde! Wenn jemand für mich einsteht, obwohl ich es nicht verdient habe. Wenn jemand sich in meine Haut versetzen kann und mich versteht - oder gar mir meine Wünsche von den Augen abliest! Wenn jemand mir selbstlos beisteht, wenn ich in innerer oder äußerer Not bin. Wie schlägt dann unser Herz höher! Was ist dagegen Essen und Trinken, Hab und Gut. Da muss sich die Natur (oder doch Gott!) etwas dabei gedacht haben - mit den Beziehungen! Leider gibt es auch viele negative Beziehungen. Aber davon wollen wir heute nicht reden.

Und an noch eine Beziehung wäre zu denken! Die Beziehung zu dem, auf den alles Wunderbare und Geniale um uns hinweist, von dem alles kommt, zu dem alles zielt, der aber mit unseren äußeren Sinnen nicht zu fassen ist, aber den unser Herz ahnt und fühlen kann - obwohl er sich äußerlich verborgen hat, damit er uns in unserer Freiheit nicht erdrückt, und wir damit zu Persönlichkeiten heranwachsen können und sollen.

Laut einer Umfrage glauben 58 Prozent der Deutschen, dass es einen Gott gibt. Aber wie viele pflegen eine positive Beziehung zu ihm? Wie viele haben im Herzen: Ich bin nicht nur ein winziges, bedeutungsloses und vergängliches Zufallsprodukt einer Naturmechanik, sondern von ihm selbst gewollt, wertgeschätzt und geliebt, wie eine Tochter, ein Sohn. Das erhebt! Das gibt neues Selbstgefühl.

Der antwortet dann dankbar mit Paul Gerhardt: „lch singe dir mit Herz und Mund, Herr, meines Herzens Lust, ich sing und mach auf Erden kund, was mir von dir bewusst! Ich weiß, dass du der Brunn der Gnad und ewge Quelle bist, daraus uns allen früh und spat, viel Heil und Gutes fließt!“ .

Und wem aufgeht, dass die eigenen Beziehungen zu Mitmenschen und zu Gott schlecht waren und er viel schuldig geblieben ist, der darf die vergebende Botschaft Jesu annehmen und weiter singen: Du strafst uns Sünder mit Geduld und schlägst nicht allzu sehr, ja endlich nimmst du alle Schuld und wirfst sie in das Meer!

Ich wünsche Ihnen eine gute Beziehung zum Allerhöchsten und Allerbesten!

"Wort zum Sonntag", von Pfr.i.R. Siegfried Nerger
veröffentlicht in der Sächsischen Zeitung vom 26. April 2018


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