Na so ein Glück ...

Du lieber Schreck – mein Portemonnaie ist weg – und damit mein Ausweis, EC-Karte, das Geld sowieso, vielleicht noch ein Bild, dass ich immer bei mir tragen wollte … verloren … und nun? Jetzt mache ich mich auf die Suche - zunächst einmal ganz praktisch, und wenn das nicht hilft, dann in Gedanken – wo war ich, was habe ich gemacht, wann hatte ich das Portemonnaie das letzte Mal in den Händen. Wiedergefunden? – Glück gehabt … Bleibt es verschwunden? – na dann …

So geht es uns mit dem Portemonnaie. Und wie geht es uns mit Menschen … verloren … die Freundschaft, das soziale Netz, der Konsens, was kommt uns dabei alles mit abhanden? Machen wir uns dann auch auf die Suche - zunächst einmal ganz praktisch, und wenn das nicht hilft, dann in Gedanken? Fragen wir uns dann auch: Was habe ich gemacht? Wie war unsere letzte Begegnung? Finden wir wieder zueinander? Bleibt da ein Riss? Ist die Beziehung zerbrochen?

Leider scheitern wir immer wieder bei solchen Fragen. Es ist keine Schande, sich das einzugestehen. Unsere Unvollkommenheit begrenzt unsere Möglichkeiten.

Da ist es gut, darauf zu vertrauen, dass es einen gibt, der vollkommen ist, der unbegrenzte Möglichkeiten hat, der uns nachgeht, selbst wenn wir uns selbst verlieren.  Der Wochenspruch für den kommenden Sonntag steht im Lukasevangelium: Der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.

Glück gehabt … in seiner unendlichen Liebe findet uns Gott. Und dabei dürfen wir auch zu uns selbst finden. Denn er nimmt uns so an, wie wir sind.

"Wort zum Sonntag", von  Christian Kühne, Kirchenmusikdirektor des Kirchenbezirkes Löbau-Zittau,
veröffentlicht in der Sächsischen Zeitung vom 14. Juni 2018


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