„Gott befohlen“

Gott befohlen, so lautet eine alte Verabschiedung im Deutschen. Die französische Variante davon heißt Adieu. Das setzt sich aus den beiden Wörtern à „bei“ und dieu „Gott“ zusammen. Die Kurzform Ade haben schon viele genutzt. Wer sich von einem Menschen verabschiedet, gibt ihm gern einen guten Wunsch auf den Weg. „Mach's gut“, „Bleib gesund", „Auf Wiedersehen“ sind einige davon. Aber auch „Gott befohlen“ gehört dazu.

Schade, dass diese Verabschiedung so aus der Mode gekommen ist, denn was kann es Besseres geben, als einen lieben Menschen Gott anzuvertrauen. Gott kann vor Unheil bewahren, kann Menschen bei schwierigen Entscheidungen helfen, die richtige zu treffen, und er kann uns wieder aufrichten, wenn wir im Leben mal so richtig auf die Nase gefallen sind. Gott kann noch viel, viel mehr.

Ein Gebet, ein Wort, eine Bitte an Gott kann dabei gut sein. Es wird nicht ohne Wirkung bleiben. Nur dass es uns Menschen manchmal schwerfällt, dies zu erkennen. Vielleicht sagen Sie dann: „So ein Zufall“, oder auch: „Das ist ein Geschenk des Himmels.“ Je nachdem, ob Sie mit Gottes Eingreifen rechnen oder nicht. Einen Versuch kann es doch wert sein. So bleiben auch Sie, liebe Leser, in der kommenden Woche „Gott befohlen“.

"Wort zum Sonntag", von Christiane Zitzkat, Pfarrerin in Hainewalde,
veröffentlicht in der Sächsischen Zeitung vom 25. Mai 2019.