Kommt her zu mir

„Kommt her zu mir, alle die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.“ Wer hatte es nicht nötig nach dem heißen Mittwoch sich ein kühles Getränk zu holen, das Freibad, den Pool oder zumindest eine kühle Dusche sich zu gönnen? Auch ich habe an diesem Tag so viel getrunken, wie an keinem anderen. Doch wenn sich die Temperaturen abkühlen und der Regen kommt, dann ist diese Durststrecke wieder vergessen. Manch ein Wetterbericht spricht dann vom schlechten Wetter, das uns erreicht hat, und preist die Zeit, wenn uns die nächste Hitzewelle wieder im Griff hat.
Aber das macht deutlich, es gibt einen Durst, der wird nicht gestillt durch das, was ich habe. Kein noch so sorgfältig gewähltes Getränk kann ihn löschen und kein Reiseziel kann ihm Ruhe verschaffen. Das ist dann, wenn uns das Leben aus der Bahn wirft. Schicksalsschläge in der Familie, im Freundeskreis und am Arbeitsplatz und Situationen, an denen ich einfach Opfer der Ungerechtigkeit werde. Dann scheint uns nichts in dieser Welt zu trösten. Im Kopf existiert dann nur ein sinnloses Gedankenkarussell: Hätte, Wäre, Könnte … Aber keines davon kann echte Ruhe und Müdigkeit vertreiben. Jesus sagt aber: „Bei mir ist der Ort, an dem ihr euren Frieden finden könnt. Bei mir findet ihr Wasser, das euren Durst stillt.“ Nicht jedem schmeckt dieses Wasser, weil die Welt des „Hätte, Wäre und Könnte“ durch nichts zu erschüttern ist. Das sind die, die meinen, doch schon alles zu haben. Andere probieren von diesem lebendigen Wasser und sind begeistert. Da ist ein Weg, wo vorher alles Dunkel war. Da ist wieder echte Freude, wo alles hoffnungslos schien. Erlebt habe ich das mit einem mir bekannten Partylöwen. Ich saß mit ihm auf einer Feier und auf seine Frage, wie es mir ginge, meine Antwort kam: Ich sitze bei Freunden und bin zufrieden. Hatte das eine Denkblockade in seinem Gehirn gelöst. Er merkte, dass sein Leben ihn nicht glücklich machte. Er bemerkte, wie schlecht er seine Freundin und seine Eltern behandelte. Dass Diskotheken, Partys und Alkohol nur noch ein leeres Loch zurückließen. Dann beschloss er, sein Leben neu mit Jesus zu leben. Er wechselte seinen Beruf, heiratete seine Freundin und hat diese Erfüllung gefunden, die sein altes Leben ihm nicht mehr bieten konnte.
Hat Sie dieses Wasser von Jesus neugierig gemacht? Dann probieren Sie es doch aus! Suchen Sie mit Ihrer Kirchgemeinde, die scheinbar auf dem Trockenen sitzt, danach oder lassen Sie sich dieses Wasser von jemandem zeigen, der seine Frische schon lange genießt. Ich wünsche Ihnen, dass Sie diese Erfahrung der Frische in diesen heißen Tagen machen werden.

"Wort zum Sonntag", von Richard Vogel, Gemeindediakon der Kirchgemeinde Großschönau,
veröffentlicht in der Sächsischen Zeitung vom 29./30. Juni 2019.