Deine Gedanken

Gedanken haben Kraft. Wie oft suchten Sie schon nach einer Idee, wenn der Geburtstag eines lieben Menschen herannahte und ein Geschenk benötigt wurde. War der Einfall da und das passende Geschenk gekauft, freute sich der Empfänger und Sie selbst auch. Gute Gedanken erzeugen Freude. Aber es gibt auch die anderen: Sorgengedanken, die zu einer Fessel werden; lieblose Gedanken, die wir eigentlich gar nicht wollen; Schuldgefühle. Erdrückende Gedanken nicht für sich zu behalten, sondern bewusst mit verständnisvollen Menschen zu besprechen, erleichtert und hilft. So verlieren die Gedanken ihre unterschwellige negative Kraft, denn harmlos sind sie keineswegs. Wenn wir nicht auf sie achten, bahnen sie sich von alleine Wege, die schaden könnten. Die jüdische Weisheit gibt zu bedenken: Achte auf deine Gedanken, denn sie werden (negative) Worte. Achte auf deine Worte, denn sie werden Handlung. Achte auf deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheit.
Achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden Charakter. Achte auf deinen Charakter, denn er wird dein Schicksal.
Übrigens: Auch Gott denkt Gedanken! Und auch er überlässt deren Wirkung nicht dem Zufall, sondern hat sie bewusst in Worte gekleidet. Was dabei herausgekommen ist, steht in der Bibel und klingt so: „Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der HERR: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung." (Jeremia 29,11) Lesen Sie diesen Satz jetzt ruhig noch mehrmals und bitte laut! Setzen Sie Ihren Namen ein: „Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken über Dir … habe, spricht der HERR: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, das ich Dir gebe Zukunft und Hoffnung.“ Spüren Sie die heilende Kraft, die sich entfaltet?

"Wort zum Sonntag", von Karin Baudach, Pfarrerin in Lawalde,
veröffentlicht in der Sächsischen Zeitung vom 27./28. Juli 2019.