Allen einen fröhlichen Johannistag!

Liebe Leserinnen und Leser, das Jahr steht auf der Höhe, die große Waage ruht - so beginnt ein Lied zum Johannistag. Ja, tatsächlich hat man das Gefühl, momentan bleiben die Tage lang und schön, das Wetter, die Sonne und die Schauer lassen die Erde aufblühen und grünen. Könnte es nicht immer so bleiben?
Aber wir wissen, es wird sich bald wieder ändern, denn nach dem Johannistag, an dem die Sonne ihren höchsten Stand erreicht hat, werden die Tage wieder kürzer, auch wenn zuerst noch die Wärme bleibt.
Und deshalb sollten wir diese Tage jetzt genießen. Seit dem 12. Jahrhundert bereits ist der Tanz um das Johannisfeuer belegt. Feste gab es also schon immer besonders viele um diese Zeit. Und in den skandinavischen Ländern ist dieses Fest mit dem Feuer eines der höchsten im ganzen Jahr.
Aber wovon erzählt es eigentlich, und woher hat es seinen Namen? Der Johannistag weist uns auf Johannes den Täufer hin, einen Prediger zur Zeit Jesu, der auch taufte. Von ihm ließ sich auch Jesus taufen. Aber im Gegensatz zu vielen Zeitgenossen erkannte Johannes sehr schnell, wen er da vor sich hatte. Er begriff, dass dieser Jesus die Welt verändern würde. Und so wies er immer wieder auf ihn hin.

Da in der Bibel erzählt wird, dass Johannes genau ein halbes Jahr älter sei als Jesus, wurde der 24. Juni mit seinem Namen besetzt, die Sommersonnenwende. Und weil das Feuer ein altes Symbol für die Sonne und damit für Christus, das Licht der Welt, ist, darum feiern wir beide Feste - Weihnachten und Johannistag - gern mit viel Licht, um das Lagerfeuer oder den Lichterbaum. Ihnen allen einen fröhlichen Johannistag!

"Wort zum Sonntag", von Brigitte Lammert, Pfarrerin in Neugersdorf.
veröffentlicht in der Sächsischen Zeitung vom 22. Juni 2017


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