Mit Mitmenschen auf Augenhöhe

Seligkeit beginnt bereits in ganz kleinen Dingen. Und jeder kann mitmachen, selbst und gerade jetzt in der Urlaubszeit.

Der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist. (Lukas 19,10)

Sommerferien - das sind traditionell die Wochen in jedem Jahr, in denen das Leben vor Oft nahezu zum Stillstand kommt, und viele dem Alltag voller Aufgaben und Arbeit entfliehen. In den Urlaub, nach Frankreich oder in eines der Badeparadiese rund um den Globus. Andere bleiben zu Hause. Sie radeln mal zum örtlichen Schwimmbad, treffen Freunde und begnügen sich mit Balkonien.

Wenn es um die Gestaltung unserer Ferien geht, dann klafft die sonst gut kaschierte soziale Schere auf einmal weit auf. Eine Schülerin oder einen Konfirmanden nach seinem Sommerprogramm zu fragen, kann diese teils erheblichen Unterschiede bereits bloßstellen. Auch ältere Menschen in unserem Umfeld versuchen, ihre Bedürftigkeit zu verstecken. Sodass wir kaum bemerken, dass sie nie an einer Busreise teilnehmen, dafür aber regelmäßig zur sozialen Tafel pilgern.

Ich kann an Rettung teilhaben.

Wie kann es für diese Menschen aussehen, dass der Menschensohn sich zu ihnen auf den Weg macht? Wie kann es für sie aussehen, dass sie gefunden, ja sogar selig werden?

Im aktuellen Wahljahr diskutieren die Parteien unseres Landes derzeit oft und heftig über politische Lösungen. Doch noch viel wichtiger ist für mich: Wenn ich einen Menschen ansehe, dann mache ich mir klar, dass Jesus Christus sich zu diesem Menschen aufgemacht hat. Dass er ihn sucht, um ihn selig zu machen. Das heißt: Er möchte ihn die Liebe spüren lassen, zu der er bestimmt ist.

An dieser Rettungsaktion kann ich teilhaben. Zum Beispiel, indem ich die Familie aus dem Neubaublock mal in meinen schönen Garten einlade, damit der auch einmal ordentlich ausgenutzt wird. Oder, indem ich der älteren Dame, die bei mir nebenan wohnt. ein Körbchen mit guten (!) Sachen vorbeibringe und sie bitte, mich so vor der Urlaubsabfahrt beim Leeren meines Kühlschrankes zu unterstützen. So beginnt Seligkeit bereits in ganz kleinen Dingen. Auf Augenhöhe.

Einen wunderschönen Sommer – wo auch immer Sie ihn verbringen werden – wünscht Ihnen Pfarrerin Maximiliane Rehm.

"Wort zum Sonntag", von Maximiliane Rehm, Pfarrerin der Kirchgemeinde Eibau-Walddorf.
veröffentlicht in der Sächsischen Zeitung vom 29. Juni 2017


Ev.-Luth. Kirchenbezirk Löbau-Zittau • Friedhofstraße 3 • 02708 Löbau
Telefon 03585 415771 • Fax 03585 415773 • eMail suptur.loebau_zittau@evlks.de