Ersetzt ein Roboter menschliche Nähe?

Die technischen Entwicklungen schreiten zügig voran. Doch Gott lässt sich nicht durch eine Maschine ersetzen.

Die blecherne Stimme des Roboters weckt mich aus dem Schlaf: „Genug-schlafen-Herr-Hahn-Zeit-für-Frühstück.-Vorher-ich-helfe-Ihnen-anziehen.“ Wir schreiben das Jahr 2061. Ich verbringe meinen Lebensabend im Seniorenheim- und ein Pflegeroboter nimmt sich meiner an. Pure Fantasie? Nein, denn dafür könnte „Nanny Tech“ sorgen: intelligente Technologie („Nanny“ = Kindermädchen), die um uns sorgt und unsere Bedürfnisse (er)kennt. Die Entwicklungen schreiten zügig voran. Schon jetzt werden selbstfahrende Autos getestet. Selbstfliegende Drohnen könnten in Zukunft Pakete zustellen. Und Roboter könnten doch nützlich sein, um den Pflegenotstand zu beheben, oder?

So hilfreich die Technik sein kann- von einem Roboter möchte ich im Alter nicht unbedingt gepflegt werden. Was passiert, wenn der mir beim Anziehen aus Versehen sämtliche Rippen bricht? Wer übernimmt dann die Verantwortung? Der Hersteller, die Hausleitung, die Etagenaufsicht- oder doch der Roboter selbst? Viele Fragen verbinden sich mit der neuen Technologie. Eine davon sticht in meinen Augen ganz besonders hervor: Kann man menschliche Nähe durch eine Maschine ersetzen?

Gott lässt seine Liebe zum Glück nicht durch eine Maschine ersetzen. Er hat sich im Gegenteil in einen Menschen verwandelt, um uns nahe zu sein. Durch Christus scheint die Liebe des Schöpfers. Gegen diese Zuwendung des himmlischen Vaters sieht „Nanny Tech“ wirklich alt aus. Auch im Jahr 2061.

"Wort zum Sonntag", von Jonathan Hahn, Pfarrer der Kirchgemeinde Bernstadt a.d.Eigen,
veröffentlicht in der Sächsischen Zeitung vom 13. Juli 2017


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