(k)ein erster Platz

Sie empfinden Sehnsucht – nach irgendetwas. Sie wollen mehr als bisher: Die Firmeninvestition in die neueste Technik, das schick sanierte Elternhaus, der gepflegte Vorgarten – ist es das? Oder werden Sie merken, wenn es da ist: Es reicht doch noch nicht?

Sollten Sie so fühlen – Sie wären nicht allein. Menschen vergleichen sich: „Ich habe zu wenig, die da hat viel mehr – jetzt aber dringend aufbessern! Auf keinen Fall will ich vor anderen schlecht dastehen.“ Schlecht dastehen – bedeutet das, auf einem Maßstab von 1 bis 10 bei sieben oder weniger zu liegen? Oder bei neun und weniger? Es ist Fakt: Kollegen, Freunde und Bekannte ordnen mich ein in irgendein Raster. Ständig. Die entscheidende Frage für mich dabei ist: Mache ich da mit? Ordne ich mich freiwillig mit ein in diese Raster? Oder gibt es eine Alternative?

„Ringt danach, durch die enge Pforte einzugehen!“ So beantwortet Jesus die Frage, ob denn viele oder nur wenige es erleben werden, wenn Gott einmal friedvoll über die Erde herrschen wird (Lukas 13,24). Wer freiwillig auf engen Pfaden geht, muss eine Vision sinnvollen Lebens haben. So jemand missachtet die Raster, in denen er nach menschlichen Maßstäben besser werden könnte. Die Firma, die Familie, den Vorgarten einem solchen Ziel unterordnen – der Weg dahin ist nicht schon vorgetrampelt, es ist ein enger Pfad.

Falls Sie eine solche Person sein wollen: Sie wären nicht allein. Einige verfolgen schon jetzt Ziele, die nicht nur ihnen allein dienen. Gläubige Menschen sprechen sich dabei mit Gott ab, denn wenn Gott herrscht, sollen alle profitieren. Leute, die in Kauf nehmen, deswegen nach vordergründigen Kriterien keinen ersten Platz im Leben zu belegen, denen verspricht Gott (Lukas 13,30): „Siehe, es sind Letzte, die Erste sein werden, und es sind Erste, die Letzte sein werden.“ Suchen Sie für Ihre Sehnsucht ein Ziel – gerne im Gespräch mit Glaubenden ihrer Region, denen Sie vertrauen. Was Sie finden, möge Sie beflügeln!

"Wort zum Sonntag", von Vikar Stephan Rehm
veröffentlicht in der Sächsischen Zeitung vom 14. September 2017


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