Reformation 500!

Noch ca. 40 Tage bis zum Ende des Gedenkjahres! Wir haben viel gefeiert! Aber bloß feiern ist zu billig. So wird schon einige Kritik laut.

Unsere Welt quietscht und eiert und geht uns auf den Docht. Auch unsere zwischenmenschlichen Beziehungen liegen oft im Argen. Die Grundfrage lautet immer wieder: Wie wird unsere Welt gut und voller Frieden. Was ist eigentlich gut? Wie werden wir gut? Die gängige Antwort ist gewöhnlich: Der Andere, die Anderen sind schuld. Diese böse Welt muss sich ändern! Ich bin doch nicht der Schlechteste! Falsch! So bessert sich nichts.

Jesus und die Bibel sagen: Erneuerung muss bei jedem selbst beginnen. Unsere kleinkarierte Selbstbezogenheit, unser meist unbewusster Egoismus in allen Daseinsformen – privat und gesellschaftlich – ist die Ursache unserer Misere. Bei den Anderen, und an den gesellschaftlichen Missständen erkennen wir es deutlich - und prangern es an. Aber für unsere eigenen Defizite sind wir meist blind und reden sie schön.

Das Programm des Gutseins ist selbstlose Liebe. Luther erklärt es so: „Gott über alle Dinge und Menschen (ehr)fürchten, lieben und Vertrauen! Und den Nächsten lieben wie sich selbst!“ Das ist der Weg zum Gutwerden, zum Schalom, zum Heil- und Frohwerden! Billiger geht es nicht! Wer sich ehrlich dem stellt, der zerbricht an seiner eigenen Selbstgerechtigkeit! Aber er hat eine Zuflucht. Jesus, der unsere Schuld auf sich nimmt und uns vergebend annimmt, so wie wir sind. Das eröffnet Wege zu neuer Perspektive und Freude - auch über den Tod hinaus. Das gibt Freiheit über unseren Egoismus zu springen um dieser kaputten Welt zu dienen.

Wie sagt Luther in seiner 1. These: Durch tägliche Einsicht und Umkehr zu Gott, erwächst in uns Stärke, Zuversicht, Gutes - und strahlt als Licht und Wärme in diese unsere kaputte, dunkle Welt!   Wäre das nicht etwas! Warum machen sie nicht mit?

"Wort zum Sonntag", von Pfr.i.R. Siegfried Nerger
veröffentlicht in der Sächsischen Zeitung vom 21. September 2017


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