Licht soll es werden

Mit der Adventszeit beginnt die Zeit der Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

Am vergangenen Sonntag, am Ewigkeitssonntag, sind in unseren Kirchen viele Lichter entzündet worden für die Verstorbenen. Viele Menschen kommen mit Sterben, Tod und Trauer in Berührung - jeden Tag. Sie brauchen Licht im Dunkel ihrer Trauer. Sie brauchen Zeichen der Hoffnung über den Tod hinaus. In dunklen Zeiten brauchen Menschen Licht. Und Licht soll es werden.

Am kommenden Sonntag beginnt die Adventszeit. Überall wird dafür in diesen Tagen geschmückt und vorbereitet. Weihnachtsmärkte locken mit ihrer Stimmung und ihren Düften. Vielerorts öffnen sich im Advent Türen zu lebendigen Adventskalendern, laden Menschen einander ein, miteinander diese besondere Zeit zu gestalten. Als Zeit der Hoffnung. Als Zeit der Erwartung. Alles hat Bedeutung.

Erwartet wird der Herr. Er soll kommen und Licht in die Dunkelheiten unseres Lebens bringen. Dafür wird geschmückt. Darum wird für die Krippenspiele geprobt. Dafür erklingt Musik mit vielstimmigen Chören und Instrumenten. Es soll festlich sein, wenn Jesus kommt.

Merkwürdig schlicht wird am ersten Adventssonntag das Kommen Jesu als der König der ganzen Welt beschrieben: Sanft, auf einem Esel reitend zieht er in Jerusalem ein.

Das mit dem Esel ist seltsam. Einen Esel zu reiten, hat nicht den gleichen Status wie das Reiten eines Pferdes. Reiterstatuen zeigen die Herrscher dieser Welt auf Pferden, nicht auf Eseln. Auf dem Esel nach Jerusalem reitend wird Jesus als König gepriesen. Hosianna. Aber er ist auf dem Weg zu Leid und Tod. Zuerst würde es schlimmer werden, bevor es besserwerden könnte. Auch das ist voller Bedeutung: Der Schöpfer des Himmels und der Erde zeigt, wie sehr er uns liebt, indem er sich auf unsere Ebene begibt. Wir dürfen erkennen, dass er es ernst meint. Darum kommt er als schutzloses Kind unter bescheidenen Umständen zur Welt.

Darum geht er den Weg bis ans Kreuz und kehrt wieder im Licht der Auferstehung. Deshalb ist er vielen willkommen. In Erwartung einer unsicheren Zukunft gibt er Selbstvertrauen und Zuversicht.

Auch wenn es momentan schwierig und dunkel ist, er weist und beleuchtet den Weg in eine bessere Zukunft in Frieden und Gemeinschaft.

"Wort zum Sonntag", von Matthias Mory, Pfarrer der Kirchgemeinde Oppach,
veröffentlicht in der Sächsischen Zeitung vom 30. November 2017


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