Ahnungslos und doch Weihnachten

Ein Hirte auf dem Feld erfuhr als einer der ersten von der Geburt des Jesuskinds. Wir sind diesem Hirten sehr ähnlich.

Tragen wir nicht Weihnachten mit uns in Bildern und Träumen und lieben Erinnerungen? Wir bauen eine kleine Weihnachtswelt zu Hause auf, Jahr um Jahr fast immer gleich. Vieles bleibt offen, vieles bleibt unvollendet bis heute und leuchtet doch alle Jahre wieder neu auf. In unserer Weihnachtswelt der Gedanken und Bilder hören wir das Gleiche wie einst ein Hirte, der ahnungslos bei seinen Schafen lebte. Und sind wir nicht dem Hirten von damals ähnlich? Er ahnte nicht was, ahnte nicht wer kam. So oft habe ich dies gehört, wie oft davon geredet oder dazu gepredigt. Frieden auf Erden wird von Engeln angesagt, obwohl wir auch anderes erwarten, gar befürchten oder erleben. Dennoch wird es in die Nacht von Welt und Leben hinein gesungen und erzählt auch in diesem Jahr, wie immer. Und wir sind ahnungslos, nicht ungläubig, ahnen nicht, was Gott für uns Gutes in die Wege leitet in diesem Kind.

Und wir werden sein wie ein solcher Hirte, wir werden staunend hören und verwundert sehen und uns wird Freude widerfahren und Frieden durchdringen, „...denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids“. Und dann werden wir behütet unsere Spur ziehen auf dem Weg durch das Gebirge unseres Lebens. Ahnungslos? Vielleicht immer wieder und unseren Weg suchend, aber froh und getrost. Ich wünsche Ihnen Segen zum Christfest!

"Wort zum Sonntag", von Friedrich Krohn, evangelischer Pfarrer im Ruhestand in Löbau,
veröffentlicht in der Sächsischen Zeitung vom 21. Dezember 2017


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