Zurück in die Zukunft

Heute schauen wir nicht mehr so sehnsüchtig nach vorne wie noch bis in die 90er Jahre. Wir sollten das wieder tun. Dafür gibt es drei biblische Vorbilder.

Bestimmt kennen Sie den Dreiteiler „Zurück in die Zukunft" (1985-90). Für mich gehört er mit zu den spannendsten Filmen aus meiner Schulzeit. Darin gelingt es Marty McFly (M. J. Fox) und seinem Freund Dr. Emmett alias „Doc“ Brown (Chr. Lloyd) durch die Zeit zu reisen. Als Mittel dazu verwenden sie einen schnittigen Sportwagen und natürlich den „Fluxkompensator“, der bei 140 km/h den Zeitsprung möglich macht. Bei jedem Sprung hinterlässt der Wagen eine feurige Spur sowie ein abgefallenes Nummernschild, das auf dem Asphalt tanzt. Wenn ich mir die optimistische Grundstimmung der Kulttrilogie mit heutigen Augen anschaue, da scheint es, als ob sich die Mentalität seitdem leise aber merklich geändert hat. Die Sehnsucht, einen Blick in die Zukunft zu tun, war bei vielen damals größer als heute. Ja, könnte es sogar sein, dass wir heute an einem Punkt angelangt sind, an welchem die Neugier auf das Kommende schwindet, weil die Befürchtungen wachsen, was alles an Schlimmem eintreten könnte?

Ein heilsames Bild sind da für mich in diesem Jahr die drei Weisen aus dem Morgenland geworden, die dem Stern folgten und schließlich beim Kind in Bethlehem ankamen. Ich habe mich gefragt: Was haben die eigentlich danach gemacht? Mit den Worten: „… und sie zogen auf einem anderen Weg wieder in ihr Land“, verschwinden sie wieder im Dunkel der Geschichte. Vor meinem inneren Auge erscheint die kleine Karawane: drei Kamele, beladen für den Rückweg, darauf die drei Weisen. In ihren Gesichtern steht nicht Angst, sondern Aufbruchsstimmung. Denn Zukunft bedeutet für sie: Rückkehr nach Hause. Was, wenn auch wir unser Leben als eine Rückreise sehen könnten? Ohne Fluxkompensator, dafür mit dem Vertrauen, Gott geht mit, als Kraftstoff. Und dieser Kraftstoff hinterlässt Spuren in diesem Leben und lässt uns einst wieder bei Gott ankommen, der uns auf unsere Lebensreise gesetzt hat. Eben: Zurück in die Zukunft.

"Wort zum Sonntag", von Gerd Krumbiegel, Pfarrer in Großschönau.
veröffentlicht in der Sächsischen Zeitung vom 18. Januar 2018


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