Impuls zum Tag – 18. März 2020

Liebe Schwestern und Brüder,
„Hast du alles bekommen?“ – Das frage ich manchmal, wenn meine Töchter vom Einkaufen kommen. Sie lachen dann. Und sie verweisen mich auf eine Studie, die wohl besagt, dass das nur Menschen fragen, die in der DDR aufgewachsen sind. Also Menschen wie ich. Offensichtlich ist die Erinnerung tief verwurzelt, dass es Zeiten des Mangels gibt.
Momentan raten Politikerinnen und Politiker, dass Hamsterkäufe wegen der Corona-Pandemie nicht nötig sind. Gestern habe ich mich ertappt: natürlich war ich im Einkaufsmarkt – und irgendwie habe ich mehr eingekauft als sonst.
„Es wartet alles auf dich, Herr, dass du ihnen Speise gebest zu seiner Zeit. Wenn du ihnen gibst, so sammeln sie, wenn du deine Hand auftust, so werden sie mit Gutem gesättigt.“ So heißt es im heutigen Losungsvers (Psalm 104,27ff).
Der Psalmbeter sagt, dass Gott sich jeder und jedem von uns zuwendet. Gott tut seine Hand für uns auf. Nicht alles kann ich also mit eigener Kraft herbeiführen zu der Zeit, die für mich gerade passend im Tagesablauf ist.
Der Psalmbeter spricht aber auch von einem Warten. Und in dieser Warte-Zeit bin ich selbst gefordert zu sorgen: für das Miteinander, für das Wachhalten der Hoffnung, für ein gutes Wort an die Nachbarin, für den Kontakt zu Gott. – Ja, und manchmal eben auch für ausreichend Lebensmittel im Vorratsschrank.
Auf beides will ich in diesen Tagen hören:
Gott sorgt für mich. Gott sorgt für uns.
Und er nimmt uns hinein in die Verantwortung für andere Menschen.
„Hast du alles bekommen?“ – Ja, sicher, das habe ich.

Ihre Antje Pech