Nachrichten

Gedenken an verfolgte, vertriebene und ermordete Jüdinnen und Juden in Löbau


3. November 2026

Am 9. November 2026 gedenken wir der Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt Löbau, die die Nationalsozialisten zwischen 1933 und 1945 als Juden verfolgten und ermordeten.
Vor 88 Jahren, am 9. November 1938 wurden im gesamten Deutschen Reich Synagogen und jüdische Geschäfte angezündet, jüdische Menschen aus ihren Wohnungen vertrieben, misshandelt und mit dem Tod bedroht.
Auch in der Oberlausitz gab es an vielen Orten solche Ausschreitungen. In Löbau existierten zu dieser Zeit bereits keine jüdischen Geschäfte mehr.
Dennoch kam es zu antisemitischen Aufständen, zum Beispiel in Georgewitz vor der Schuhfabrik der jüdischen Familie Valentin.
Im Rahmen des Gedenkens finden in Löbau am Montag, dem 9. November mehrere Veranstaltungen statt.
10 Uhr sind alle herzlich eingeladen zu einer kurzen Gedenkveranstaltung am Denkstein am Amtsgericht (Promenaden
ring). Danach können sich alle Interessierten dem Putzen der hiesigen Stolpersteine anschließen. Es
findet in zwei Gruppen statt: eine Gruppe wird die Stolpersteine am Altmarkt putzen und eine Gruppe
die in diesem Jahr neu verlegten Steine in Georgewitz an der Filzfabrik.
Abends 18.30 Uhr lädt die evangelische Kirchgemeinde zu einem Gottesdienst in die Nikolaikirche ein.

Im Rahmen des Themenjahres „Tacheles – Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen“ findet zudem am 21. November im Löbauer Stadtmuseum und am 22. November im
Zittauer Kronenkino eine Lesung aus dem Roman „Kabarett der Namenlosen“ von Susanne Schädlich mit anschließendem Gespräch der Au
torin mit ihrer Schwester Anna Schädlich statt. Veranstalter Theo Michael Weigel sagt zum Buch: „Im Zentrum des Romans steht der Regisseur Leopold Jessner
und mit ihm das Schicksal deutsch-jüdischer Künstler*innen im US-amerikanischen Exil zwischen 1939 und 1945. Persönlichkeiten wie
Alexander Granach, Fritz Kortner oder Elisabeth Bergner erleben den Verlust von Sprache, Heimat und künstlerischer Existenz – und versuchen zugleich
ihr kulturelles Erbe im Exil lebendig zu halten.“ Die Veranstaltung am 21.11. in Löbau beginnt 18 Uhr, die am Folgetag in Zittau bereits 16 Uhr.
Der Eintritt ist frei.